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DPEC 2017 – der Weg nach Frankfurt


Irgendwann vor ein paar Jahren kam der Gedanke zum ersten Mal auf. Die Green Lions folgten schon so lange alljährlich den Rufen der anderen Teams, die den DPEC in ihren Heimateishallen ausrichteten, irgendwie müsste man da wohl auch bald mal die Hand heben. Zum letzten und einzigen Mal war das nämlich 1993 der Fall. Aus den ersten Gedanken wurde nach und nach ein grober Plan. 2017, also 24 Jahre nach der letzten Ausrichtung, das könnte passen. Sind es doch 24 teilnehmende Mannschaften, und feiern die Green Lions doch 2017 ihr 30jähriges Jubiläum.


Aber 24 Mannschaften nach Frankfurt einladen? Wohin mit denen in den begrenzten Kapazitäten der heimischen Eishalle? Die großstädtische Eishalle für drei Tage komplett stilllegen? Was ist mit den sonstigen Hürden und Fallstricken bei der Vorbereitung so einer Veranstaltung? Viele Fragen erstmal, aber der Reiz, vierhundert Kolleginnen und Kollegen plus Anhang nach Frankfurt einzuladen, war groß genug, um sich diesen Fragen erstmal zu stellen. Sogar so groß, dass auf der Mannschaftsführerbesprechung beim DPEC 2015 mutig der Finger gehoben und die Ausrichtung 2017 zugesagt wurde; notfalls würde das Turnier eben wie zuvor schon so oft im Bundesleistungszentrum in Füssen stattfinden.


Was man zuerst brauchte, war eine Einigung mit der Stadt Frankfurt, ob, und wenn ja, zu welchen Konditionen die Eishalle überhaupt für drei Tage zu haben war. Das erklärte Ziel war nämlich, beim DPEC 2016 die Ausrichtung des Turniers 2017 in Frankfurt zusagen zu können. Ein großes Ziel und bis dahin auch sehr schwer vorstellbar. Umso schöner, dass Peter Beltz, einer der Gründungsväter der Green Lions und langjähriger Organisator, seine Unterstützung zusagte und das aktuelle Dreiergespann in der Verantwortung der Green Lions fortan unterstützte. Wie gewinnbringend diese Zusage war, sollte sich in der Zukunft noch zeigen.


Es musste erstmal ein Termin mit den Verantwortlichen der Stadt her, man traf sich mit dem Chef-Eismeister der Eishalle, Dieter Henning, und trug frohgemut den Wunsch vor, den Betrieb der Eishalle drei Tage komplett lahmzulegen, um das Turnier zu veranstalten. Große Augen und entschiedenes Kopfschütteln. Wie soll das gehen? Die Profi-Mannschaft der Löwen Frankfurt trainiert dort täglich, beim Publikumslauf werden täglich Hunderte Besucher begrüßt, die zahlreichen Eissportvereine haben ihre Trainingszeiten. Und außerdem hat die Eishalle doch keine Kapazitäten für 400 Eishockeyspieler auf einmal. Stimmt alles, aber trotzdem soll das Turnier in Frankfurt stattfinden. Lösungen mussten also herbei, notfalls mit einem Kompromiss. Ein Wochenende von Freitag bis Sonntag? Unmöglich. Dann eben werktags! Die gewohnte Jahreszeit Mitte März? Geht nicht, weil die Außenfläche zu temperaturabhängig ist. Dann eben im Januar! Januar? Geht nicht, da ist die Eishalle durch den Schulsport kurz vor den Zeugnissen komplett ausgebucht. Dann eben wann anders! Genau, dann eben werktags Anfang Februar nach der Zeugnisausgabe, und wir stellen Container als Umkleidekabinen auf. Deal.


Mit dieser grundsätzlichen Zusage reiste man zum DPEC 2016 nach Schwenningen und verkündete den anderen Mannschaften, dass der DPEC 2017 in Frankfurt stattfinden wird. Vereinzelt gab es geweitete Augen und/oder lange Gesichter, ein DPEC von Montag bis Mittwoch? Hatten wir doch noch nie, da müssen ja die meisten Urlaub nehmen und außerdem: Tradition! Aber dafür in Frankfurt? Na gut, das klingt schon toll, machen wir so.


Da war er also, der Fluch des guten Willens. Sommer 2016 und die Zeit lief, um dieses Turnier auf die Beine zu stellen. Peter Beltz brauchte nicht viel Mühe, um die anderen Organisatoren davon zu überzeugen, dass der DPEC in Frankfurt schon eine größere Sache werden soll, man sich nicht mit dem Standard-Programm zufrieden geben möchte. 1993 wurden die Mannschaften im Kaisersaal empfangen, hatten unvergessliche Tage hier in Frankfurt. So in etwa sollte es dann doch auch wieder werden. Gut, aber erstmal musste die Stadt Frankfurt davon überzeugt werden, die Eishalle auch zu bezahlbaren Konditionen zu vermieten. Da kamen dann der berüchtigte Blick, die berüchtigte Hartnäckigkeit und die weitreichenden Kontakte von Peter Beltz zum ersten Mal ins Spiel, kurzum, am Ende wurde ein Mietvertrag unterzeichnet, der mit dem ersten Angebot nicht mehr viel Ähnlichkeit hatte.


Die Eishalle war also fix, schön, aber nun ging der ganze Spaß ja erst los. Als erstes, das war schnell klar, sollte die bis dahin eher lockere Organisation der Green Lions auf sichere Füße gestellt werden. Ein eingetragener Verein sollte es werden, um auch bei der Buchführung nicht Gefahr zu laufen, dass irgendwas irregulär oder nicht nachvollziehbar läuft. Ein Verein braucht einen Vorsitzenden, okay, das übernahm Peter Beltz. Aber auch einen Kassenwart, einen Schriftführer und einen zweiten Vorsitzenden. Einen Kassenwart, der Ahnung von Buchführung hat, na prima, die wachsen ja auf den Bäumen. Apropos Bäume, Peter Beltz ist Mitglied im Kleingartenverein Bad Vilbel, naja, erster Vorsitzender, und sein dortiger Kassenwart hat sicher Interesse. Gesagt, gefragt, Stefan Bender, Banker, übernimmt die Kasse des neuen Vereins. Zweiter Vorsitzender? Schriftführer? Es wurde Zeit, mal in der Historie der Green Lions zu stöbern. Wer von früheren Organisatoren kommt denn in Frage? Reimund Rau! Horst Gandor! Reimund Rau, Mr. Green Lions der späten 1990er und frühen 2000 Jahre, lehnte aber zunächst ab. Unterstützen gerne und jederzeit, aber in offizieller Funktion? Nö, eher nicht. Horst Gandor, Mr. Background der Green Lions der späten 1990er und frühen 2000er Jahre war aber Feuer und Flamme. Blieb noch der Schriftführerposten. Da gab die Reihenhaussiedlung von Peter Beltz doch sicher was her, also wurde kurzerhand der Nachbar akquiriert, ein pensionierter Staatsanwalt. Los ging´s also, die sieben Gründungsmitglieder trafen sich im Herbst 2016, unterschrieben und gründeten das „Green Lions Polizei-Eishockeyteam Frankfurt am Main“.


Weiter mit dem DPEC 2017. Wer sollte das und ganze Drumherum bezahlen, wie soll das ganze Event organisiert werden, wie genau soll der Gala-Abend aussehen? Peter Beltz, der Blick, die Hartnäckigkeit, die Kontakte. Ein Ehepaar Beltz, das in den kommenden Monaten zumindest keine Gefahr lief, sich zu zerstreiten, weil der Ehemann Beltz nur noch mit der Mission DPEC 2017 unterwegs oder am PC war. Unzählige Termine bei den Verantwortlichen der Stadt Frankfurt, am Ende standen eine Einladung in den Kaisersaal, ein Empfang im Römerkeller für alle teilnehmenden Mannschaften und die Möglichkeit, die Kosten über Sponsoren und die Startgelder der Mannschaften abzudecken.


Weitere Besprechungen, es ging ins Detail. Tausend und mehr Fragen, auf die Antworten gefunden werden mussten. Der Spielplan, bei 24 Mannschaften alles andere als nebenbei geschrieben, die Unterbringung in den Containern, die zahlreich benötigten Helfer für Wettkampfbüro, Zeitnahme, Kuchen- und Kaffeetheke, Hallensprecher, die Technik und Logistik, Schiedsrichter, ein Sicherheitskonzept, das Stadionheft, und und und. Reimund Rau kam endgültig zurück, nur Berater liegt ihm nicht, im Schlepptau jede Menge Ideen und Möglichkeiten für die IT-basierte Unterstützung des Turniers, seien es Spielpläne, Musikeinlagen, Spielberichte. Alles, was informationstechnisches Geschick erforderte, kam ihm gerade recht. Nächtelange Bastelei, Reimund Rau wurde ein zweites Mal vom Green-Lions-Virus infiziert. Ebenso Horst Gandor, der nimmermüde bei allem Übrigen half, Container aufbaute, einrichtete, Tausend andere Dinge erledigte.

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Herr Ministerpräsident Volker Bouffier übernahm zwischenzeitlich die Schirmherrschaft, Herr Staatsminister Beuth sagte die Übernahme der Siegehrung zu. Hätte schlechter laufen können.


Der Januar 2017 verging mit riesigen Sprüngen, der Startschuss rückte immer näher. Wurde auch tatsächlich an alles gedacht? Was für Fragestellungen würden sich noch auftun? Die Organisatoren liefen heiß in Richtung Limit, die Mannschaft musste final informiert und eingebunden werden, die Medien hatten ihr Interesse entdeckt und wollten mit Informationen gefüttert werden, die Umkleidecontainer mussten aufgestellt und eingerichtet werden, Getränke und Obst mussten organisiert werden, die Helfer mussten (gefunden und) eingeteilt werden, die Technik musste strukturiert und aufgebaut werden. Was noch? Jede Menge, ganz sicher, was wären auch die letzten Tage vor so einem Event, wenn sie ohne Probleme ablaufen? Teilnehmende Mannschaften äußerten Wünsche bei der Unterbringung, ein Teamessen sollte stattfinden, die Belegungsobergrenze im Römerkeller wurde gesprengt, die Löwen Frankfurt hatten Freikarten für ihr Heimspiel spendiert, wie sieht das finale Sicherheitskonzept aus, wie geht die Polizei in Frankfurt mit dem Ganzen um?


Jedenfalls die letzte Frage konnte sehr schnell beantwortet werden: die Polizei generell und die Polizeiführung im Besonderen gingen damit, um es auf den Punkt zu bringen, hervorragend um. Polizeibedienstete Helfer wurden dienstbefreit, die Spieler ja ohnehin, alle logistischen Möglichkeiten wurden ausgeschöpft, Herr PP Bereswill sagte sein Kommen nicht nur für den Empfang, sondern auch für die Siegerehrung zu, auch alle anderen Wünsche wurden, wo immer möglich, auf dem kleinen Dienstweg abgearbeitet.


Und dann, ja dann kam der Montagmorgen, der 06. Februar 2017. Das komplette Team der Green Lions, die Helfer und Unterstützer fanden sich ab 06.00 Uhr in der Eishalle ein, bauten alles auf, was noch nötig war, die Eisflächen waren aufbereitet, die Kabinen bezugsfertig, der Kaffee just in time aufgebrüht. Die ersten Mannschaften trafen ein, und um 08.30 Uhr fiel der Puck beim Eröffnungsbully auf der Außenfläche. Ein langer Weg, niemand sagte, es wird leicht, der DPEC war nach Frankfurt zurückgekehrt.

 

Text: T. Kunzler